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Infos zur Fernwärme

FOP fordert übersichtliche Informationsblätter zu diesem Thema

„Das ist mehr, als wir erwartet haben“, sagt EGIS-Vorstandsvorsitzender Pascal Lang am Telefon. „Also, das Bauchgefühl ist schon mal gut“. Freilich müssten die Fragebögen noch ausgewertet werden, bevor man sagen könne, wie es beim Thema Fernwärme in Garching weitergeht. Aber schon jetzt sei ersichtlich, dass es in der Alzgemeinde großes Interesse an der Fernwärme gebe, so Lang: Gut 43 Prozent der Bürger im Ortskern, die die Gemeinde angeschrieben und um Auskunft über die Anschlussbereitschaft an ein mögliches Fernwärmenetz gebeten hat, haben geantwortet. Und von ihnen wiederum haben knapp drei Viertel angegeben, sich prinzipiell einen Anschluss an ein mögliches Fernwärmenetz vorstellen zu können.


In Zahlen: Von 1576 bislang Gefragten sagten 512 „Ja“ zur Fernwärme. Gerade für die Ortsmitte von Garching mit vielen Mehrfamilienhäusern sei das ein guter Wert, so Lang.


„Im Frühjahr 2022 könnte man mit dem Bau beginnen“, sagte dazu Bürgermeister Maik Krieger in der Sitzung des Bau- Umwelt und Technikausschusses am Montagabend. „Höchstwahrscheinlich wird das Fernwärmenetz dann in drei Schritten aufgebaut: Zuerst Garching, 2023 folgt dann Wald, 2024 Hartfeld und Hart.“


Natürlich funktioniere das nur, wenn aus den Ortsteilen eine ähnlich große Anschlussbereitschaft signalisiert würde, wie aus dem Ortskern. „Immer unter dem Vorbehalt, dass alles hinhaut, hätten wir dann in drei Jahren ein Fernwärmenetz“, so Krieger. Der Bürgermeister hatte eine weitere brandneue Information: schon sehr bald – vielleicht schon in der Karwoche – soll es auch in Hartfeld, Hart und Wald eine Abfrage zur Fernwärme-Anschlussbereitschaft geben.


Bis Ende April solle alles ausgewertet sein und eventuell könne man schon in der Mai-Sitzung des Gemeinderats das komplette Fernwärme-Programm vorstellen. Außerdem: „Wenn man sich für die Fernwärme entscheidet, wird automatisch ein Glasfaserkabel bis ins Haus verlegt, weil das für die Automaten-Ablesung notwendig ist.“ Eigentlich hatte die Verwaltung das von der EnergieGenossenschaft Inn-Salzach e.G. (EGIS) in Garching geplante Fernwärmenetz mit auf die Tagesordnung der Bauausschusssitzung genommen, weil es – wie in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich geworden war – Diskussionsbedarf zu den terminlichen Regelungen bei den Abfragen zur Anschlussbereitschaft an ein mögliches Fernwärme- und an das bestehende Gasnetz gibt (der Anzeiger berichtete).


Wie Bürgermeister Maik Krieger bekanntgab, hatte es am Montag – wenige Stunden vor der Ausschusssitzung – aber einen Termin im Rathaus mit der EGIS gegeben, bei dem die Gemeinde die ausgefüllten Fragebögen aus dem Ortskern übergeben hatte. Dabei waren auch verschiedene Modalitäten – wie der grobe Terminplan – besprochen worden, die Krieger jetzt an das Gremium weitergab. „Ich möchte noch einmal betonen, dass die Verwaltung voll und ganz hinter der Fernwärme steht“, sagte er. Man habe mit dem Vortrag zum Erdgas im Gemeinderat und mit dem Gemeinderatsbeschluss, die Energie Südbayern GmbH (ESB) bei einer Abfrage zur Anschlussbereitschaft ans Erdgasnetz zu unterstützen, keineswegs die Fernwärme in Konkurrenz zum Erdgas stellen wollen. „Ich glaube, wir haben mit der Fernwärme eine einmalige Chance, die wir nutzen müssen.“ In Garching gebe es allerdings bereits ein relativ gut ausgebautes Gasnetz. „Das muss die EGIS einfach akzeptieren, dass auch das Gas da ist“, so Krieger. In der darauffolgenden Debatte meldete sich Xaver Diener (Die Grünen) zu Wort: „Wir haben heute eine wichtige Entscheidung zu treffen: Klimaschutz, Ja oder Nein? Wir wissen, wie mühsam es ist, wirklich klimaneutral zu werden.


Aber es gibt nur wenige Gemeinden, die so gute Chancen dafür haben, wie Garching.“ Die gute Ausgangslage, die Garching durch die vorhandene Geothermie-Anlage und die Bereitschaft der EGIS zum Aufbau eines Fernwärmenetzes habe, dürfe man jetzt einfach nicht verspielen. „Wir müssen das Gas akzeptieren, es ist ein freier Markt. Aber wir müssen das Gas nicht aktiv unterstützten“, sagte Diener. So habe Tanja Erb von der ESB in ihrem Vortrag zum Erdgas im Gemeinderat ja selbst gesagt, sie würde die Abfrage gerne über die Gemeinde machen, weil die Bürger dieser vertrauten und dann mit größerem Rücklauf zu rechnen sei. „Wir sollten als Gemeinde das Gasprojekt nicht unterstützen oder es so weit nach hinten verschieben, dass zuvor jeder Bürger ein verbindliches Fernwärme-Angebot bekommen hat“, so Diener. „Wenn aus den anderen Ortsteilen die Rückläufe zur Fernwärme weniger gut sein sollten wie in Garching, werden die Bürger dort aber das Gas brauchen“, sagte dazu Bürgermeister Krieger. Die Gemeinde habe außerdem mit der ESB einen Konzessionsvertrag.


„Die können die Leute anschreiben, wann immer sie wollen – nur wäre dann nicht der Briefkopf der Gemeinde auf dem Fragebogen, sondern der der ESB.“


Markus Bauer (FOP) sprach den zähen Informationsfluss zur Fernwärme an und fragte, ob man nicht einen Flyer für die Bürger gestalten könne, der dann alle Informationen gebündelt enthalte.


„Das ist leider das Problem, das wir seit einem Jahr haben: Dass wir keine Informationsveranstaltungen abhalten können“, antwortete Krieger. Unter normalen Umständen hätte die Gemeinde die Bürger längst zu einer Informationsversammlung eingeladen, bei der dann alle Fragen geklärt worden wären.

Quelle: PnP